Leise und abgasfrei durch die Stadt

In Bitterfeld-Wolfen treiben die Stadtwerke die Elektromobilität voran. In Kooperation mit mehreren Unternehmen entsteht so eine Vielzahl von Projekten.

Noch sind sie recht selten auf unseren Straßen zu sehen, aber es werden immer mehr: Elektro-Autos erobern langsam den Verkehr. Sie sind geräuscharm, produzieren keine Abgase und sind damit für viele attraktiv. Als ein Problem gilt allerdings das immer noch recht überschaubare Netz an Ladesäulen in Deutschland. Bitterfeld-Wolfen ist in dieser Hinsicht jedoch schon lange kein weißer Fleck mehr auf der Landkarte. Ganz im Gegenteil: Was die Elektromobilität betrifft, ist unsere Stadt im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ein echter Vorreiter. Die Stadtwerke Bitterfeld-Wolfen nahmen bereits im März 2014 die erste öffentliche Ladesäule in Betrieb. Sie steht auf dem Gelände des Autohauses Otto Grimm. Damals schafften die Stadtwerke und die Wohnungs- und Baugesellschaft Wolfen auch gleich die ersten elektrisch betriebenen Autos an.

E-Mobilität gestalten

Jetzt, drei Jahre später, gehen die Partner von damals gemeinsam mit der ISM Energy GmbH & Co. KG den nächsten Schritt. So nahmen ISM Energy und die Stadtwerke vor kurzem zwei beziehungsweise drei weitere rein elektrisch betriebene PKW aus dem Hause Volkswagen in ihre Fuhrparks auf. Zur feierlichen Übergabe war auch Armin Schenk gekommen. Der neue Oberbürgermeister der Stadt Bitterfeld-Wolfen nutzte die Gelegenheit, mit einem der neuen e-Golf-Fahrzeuge eine Runde zu drehen. „Der fährt fast geräuschlos. Daran muss man sich gewöhnen. Aber es macht Spaß“, kommentierte das Stadtoberhaupt die Probefahrt und fügte kämpferisch hinzu: „Die Elektromobilität kommt, so oder so. Man kann einer Entwicklung nachlaufen. Man kann sie aber auch für sich nutzen und gestalten. Ich will als Oberbürgermeister Letzteres tun.“

Neue Ladestationen

Für ein erfolgreiches Gestalten muss aber das Gesamtpaket stimmen. Bei der Elektromobilität besteht das aus Fahrzeugen, Speichertechnik, Lade-Infrastruktur und Energieversorgung. Michael Kießling, Geschäftsführer des Autohauses Otto Grimm, sieht seine Branche auf einem guten Weg: „Das Angebot wächst ständig, die Technik ist schon sehr ausgereift. Natürlic

h muss die Anzahl der Lademöglichkeiten parallel mitwachsen.“ In Bitterfeld-Wolfen wächst sie tatsächlich: Die Stadtwerke werden in diesem Jahr noch mindestens zwei weitere öffentliche Ladesäulen errichten. „Eine wird am neu gestalteten Bahnhof im Ortsteil Wolfen stehen, eine weitere an der B 184, direkt vor dem Stadtwerkegebäude“, verriet Stadtwerke-Geschäftsführer Christian Dubiel: „Damit sind wir der erste Ansprechpartner in Sachen Lade-Infrastruktur innerhalb Bitterfeld-Wolfens“

Gemeinsam loslegen

Damit die E-Autos wirklich umweltfreundlich sind, muss aus den Ladesäulen natürlich auch umweltfreundlicher Strom kommen. „Alle unsere Anstrengungen, das Autofahren zu elektrifizieren, machen nur Sinn, wenn der Strom dafür regenerativ erzeugt wird“, betonte der Geschäftsführer der Firma ISM Energy, Tobias Schmidt. Dessen Unternehmen ist Experte für Planung, Bau und Betrieb von Fotovoltaikanlagen – und damit ein enger Kooperationspartner der Stadtwerke. Der Durchbruch der Elektromobilität kann eben nur gemeinsam gelingen. Bitterfeld-Wolfen ist bereit, seinen Teil beizutragen.